Was ist der Isolationswert eines Sedumdachs?

Sedumdächer erreichen in der Regel einen Wärmedurchlasswiderstand, also einen R-Wert, von 0,3 oder mehr. Der tatsächliche Wert kann jedoch je nach Aufbau und Umgebungsbedingungen variieren.

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören das lokale Klima, die Stärke der Sedumschicht und die verwendeten Materialien. Je nach Ausführung können sie die Dämmwirkung sowohl verbessern als auch verringern. Deshalb sollten diese Aspekte bereits bei der Planung sorgfältig berücksichtigt werden. So lässt sich der Aufbau des Sedumdachs optimal abstimmen und die bestmögliche Dämmwirkung erzielen.

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Isoliert im Sommer und Winter

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Was macht die isolierende Wirkung von Sedumdächern aus?

Die Oberfläche eines herkömmlichen grauen oder schwarzen Daches, zum Beispiel aus Bitumen, kann sich im Sommer auf bis zu 70 Grad Celsius aufheizen. Der Grund dafür ist, dass dunkle Dachabdichtungen einen großen Teil der Sonnenenergie aufnehmen und an die darunterliegende Konstruktion weitergeben.

Pflanzen verhalten sich anders. Sie reflektieren einen Teil der Sonnenstrahlung und leiten deutlich weniger Wärme an die darunterliegenden Dachschichten weiter. Zusätzlich nutzen sie einen Teil der aufgenommenen Energie für die Verdunstung von Wasser. Dieser Vorgang wird als Transpiration bezeichnet und funktioniert ähnlich wie das Schwitzen beim Menschen. Über kleine Öffnungen in den Blättern geben die Pflanzen Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Für die Verdunstung wird Wärmeenergie benötigt, die der unmittelbaren Umgebung entzogen wird. Dadurch entsteht ein natürlicher Kühleffekt, der dazu beiträgt, die Temperatur auf dem Dach und im Gebäude zu senken.

Von den 73 % Sonnenenergie, die Pflanzen aufnehmen, werden 60 % in Verdunstung („Schweiß“) umgewandelt. Dadurch verbleiben nur noch 13 % Sonnenenergie, die die Pflanzen an die darunter liegende Dachkonstruktion abgeben.

Gründächer haben unter der obersten Vegetationsschicht noch einige weitere Schichten, wie beispielsweise den Substratboden (Nährstoffschicht). Wenn das Substrat gut trocken ist, trägt es erheblich zur Isolierung bei. Das bedeutet, dass von den 13 % Sonnenenergie, die die Vegetation eines Gründachs an die Dachkonstruktion abgibt, nur ein begrenzter Teil tatsächlich in Ihr Haus oder Ihre Scheune gelangt. Ganz zu schweigen von den Schichten unter der Substratschicht, wie dem Wurzelschutzvlies und der Drainageschicht. Zwischen diesen Schichten befindet sich in der Regel eine Luftschicht, die ebenfalls zur Isolierwirkung Ihres Gründachs beiträgt.

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Was ist der Isolationswert von Sedumdächern im Sommer und Winter?

Im Winter hängt die Dämmwirkung eines Gründachs unter anderem davon ab, wie viel Feuchtigkeit die einzelnen Schichten enthalten. Je trockener der Dachaufbau ist, desto besser kann er zur Wärmedämmung beitragen. Im Sommer ist dieser Effekt meist besonders ausgeprägt, da die Vegetation und die darunterliegenden Schichten häufig trockener sind und das Gebäude dadurch besser vor starker Aufheizung schützen.

Ein hoher Feuchtigkeitsgehalt kann die isolierende Wirkung jedoch verringern. Im Sommer ist die Verdunstung von Wasser durch die Pflanzen erwünscht, da sie für natürliche Kühlung sorgt. Im Winter kann derselbe Prozess hingegen dazu führen, dass ein Teil der verfügbaren Wärmeenergie für die Verdunstung genutzt wird.

Ähnlich verhält es sich bei feuchten Innenwänden. Bevor sich ein Raum vollständig erwärmt, wird zunächst Energie benötigt, um die vorhandene Feuchtigkeit verdunsten zu lassen. Bei einem Gründach kann Feuchtigkeit einen vergleichbaren Einfluss auf die Dämmleistung haben.

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Hat ein Sedumdach auch eine isolierende Wirkung?

Ein intensiv begrünter Dachgarten mit Sträuchern und gegebenenfalls sogar Bäumen bietet grundsätzlich eine stärkere Dämmwirkung als ein extensives Gründach, beispielsweise ein Sedumdach. Das liegt vor allem daran, dass sowohl die Vegetationsschicht als auch die Substratschicht deutlich dicker aufgebaut sind.

Dennoch zeigen Untersuchungen, dass auch Sedumdächer einen spürbaren Beitrag zur Wärmedämmung leisten können. In vielen Studien erreichen sie einen Wärmedurchlasswiderstand, also einen R-Wert, von 0,3 oder mehr.

Unter feuchten Bedingungen werden für die einzelnen Schichten eines Sedumdachs beispielsweise folgende Werte genannt:

  • Vegetationsschicht: R-Wert 0,1
  • Substratschicht: R-Wert 0,6
  • Drainageschicht aus Kunststoff: R-Wert 0,4

Wie hoch die tatsächliche Dämmwirkung ausfällt, hängt unter anderem vom Aufbau, der Schichtdicke und dem Feuchtigkeitsgehalt des Gründachs ab.

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