Die Oberfläche eines herkömmlichen grauen oder schwarzen Daches, zum Beispiel aus Bitumen, kann sich im Sommer auf bis zu 70 Grad Celsius aufheizen. Der Grund dafür ist, dass dunkle Dachabdichtungen einen großen Teil der Sonnenenergie aufnehmen und an die darunterliegende Konstruktion weitergeben.
Pflanzen verhalten sich anders. Sie reflektieren einen Teil der Sonnenstrahlung und leiten deutlich weniger Wärme an die darunterliegenden Dachschichten weiter. Zusätzlich nutzen sie einen Teil der aufgenommenen Energie für die Verdunstung von Wasser. Dieser Vorgang wird als Transpiration bezeichnet und funktioniert ähnlich wie das Schwitzen beim Menschen. Über kleine Öffnungen in den Blättern geben die Pflanzen Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Für die Verdunstung wird Wärmeenergie benötigt, die der unmittelbaren Umgebung entzogen wird. Dadurch entsteht ein natürlicher Kühleffekt, der dazu beiträgt, die Temperatur auf dem Dach und im Gebäude zu senken.
Von den 73 % Sonnenenergie, die Pflanzen aufnehmen, werden 60 % in Verdunstung („Schweiß“) umgewandelt. Dadurch verbleiben nur noch 13 % Sonnenenergie, die die Pflanzen an die darunter liegende Dachkonstruktion abgeben.
Gründächer haben unter der obersten Vegetationsschicht noch einige weitere Schichten, wie beispielsweise den Substratboden (Nährstoffschicht). Wenn das Substrat gut trocken ist, trägt es erheblich zur Isolierung bei. Das bedeutet, dass von den 13 % Sonnenenergie, die die Vegetation eines Gründachs an die Dachkonstruktion abgibt, nur ein begrenzter Teil tatsächlich in Ihr Haus oder Ihre Scheune gelangt. Ganz zu schweigen von den Schichten unter der Substratschicht, wie dem Wurzelschutzvlies und der Drainageschicht. Zwischen diesen Schichten befindet sich in der Regel eine Luftschicht, die ebenfalls zur Isolierwirkung Ihres Gründachs beiträgt.
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