Ein Gründach bietet zahlreiche Vorteile für Ihr Gebäude und die Umwelt. Es verbessert die Wärmedämmung, trägt zu einer besseren Luftqualität bei und wirkt der Aufheizung der Umgebung entgegen. Gleichzeitig speichert es Regenwasser, gibt dieses zeitverzögert wieder ab und schafft wertvollen Lebensraum für Bienen, Insekten und andere Tiere.
Kurz gesagt: Ein Gründach ist eine nachhaltige Investition in Ihr Zuhause und in eine grünere Umgebung.
Sie interessieren sich für ein Gründach, wissen aber noch nicht, wie Sie beginnen sollen? Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie die Dachbegrünung selbst verlegen können. Möchten Sie die Umsetzung lieber Fachleuten überlassen, übernehmen die Spezialisten von Dachbegrünungtotal gerne die komplette Ausführung für Sie.
Bevor Sie sich für ein Gründach entscheiden, sollten Sie den Unterschied zwischen einer extensiven und einer intensiven Dachbegrünung kennen.
Extensives Gründach: Ein extensives Gründach wird mit niedrig wachsenden Pflanzen wie Sedum, Moosen oder Kräutern bepflanzt. Es ist vergleichsweise leicht, pflegearm und ideal für alle, die ihr Dach unkompliziert und nachhaltig begrünen möchten.
Intensives Gründach: Ein intensives Gründach ähnelt einem vollständigen Dachgarten. Je nach Aufbau können dort Gräser, Sträucher und sogar kleinere Bäume wachsen. Diese Form der Dachbegrünung bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten, ist jedoch deutlich schwerer und mit einem höheren Pflegeaufwand verbunden.
Ein extensives Sedumdach ist die passende Wahl, wenn Sie Ihr Gebäude mit überschaubarem Aufwand nachhaltiger gestalten möchten. Mit Sedummatten oder Sedumkassetten lässt sich eine graue Dachfläche innerhalb kurzer Zeit in ein attraktives Gründach verwandeln.
1. Prüfen Sie, ob Ihr Dach für eine Sedumbegrünung geeignet ist
Ein Sedumdach ist nicht nur nachhaltig und optisch ansprechend, sondern mit einem Gewicht von etwa 50 bis 70 Kilogramm pro Quadratmeter auch vergleichsweise leicht. Deshalb eignet es sich für viele Dachkonstruktionen, ohne dass umfangreiche Anpassungen erforderlich sind.
Sedum kann grundsätzlich auf ebenen und tragfähigen Dachflächen mit einer Abdichtung aus Beton, Bitumen oder EPDM verlegt werden. Bei geneigten Dächern ist darauf zu achten, dass die Dachneigung 45 Grad nicht überschreitet. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Sedummatten oder Sedumkassetten verrutschen.
Dächer mit Dachziegeln sind als Untergrund für eine Sedumbegrünung in der Regel weniger geeignet, da sie keine ebene und stabile Fläche bilden. Auch bei anderen leichten Dacheindeckungen muss zunächst geprüft werden, ob die Konstruktion das zusätzliche Gewicht tragen kann.
In vielen Fällen lässt sich das Dach entsprechend vorbereiten, beispielsweise durch den Austausch der vorhandenen Eindeckung gegen eine geeignete Abdichtung aus Bitumen oder EPDM. Anschließend kann auch eine bislang ungeeignete Dachfläche in ein nachhaltiges und attraktives Gründach verwandelt werden.
2. Prüfen Sie, ob eine Genehmigung erforderlich ist
Für die Anlage eines Gründachs ist in den meisten Fällen keine Baugenehmigung erforderlich. Dadurch lässt sich der Wechsel zu einer nachhaltigen Dachbegrünung vergleichsweise unkompliziert umsetzen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch eine Genehmigung notwendig sein. Das gilt beispielsweise, wenn das Gründach ein Gesamtgewicht von mehr als 200 Kilogramm pro Quadratmeter erreicht oder die Substratschicht dicker als 20 Zentimeter ist.
Bei der Berechnung des Gewichts sollte immer der vollständig wassergesättigte Zustand berücksichtigt werden. Besonders nach längeren Regenfällen kann sich die Belastung des Daches deutlich erhöhen. Um sicherzustellen, dass Ihr Vorhaben allen geltenden Vorgaben entspricht, empfiehlt es sich, die Anforderungen vorab bei der zuständigen Gemeinde zu erfragen. So können Sie Ihr Gründach von Anfang an sicher und vorschriftsgemäß planen.
Mit der richtigen Pflanzenauswahl lässt sich jedes Sedumdach individuell gestalten. Dachbegrünungtotal verwendet standardmäßig eine vielfältige Mischung aus 12 bis 14 verschiedenen Sedumarten. Das sorgt für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild und eine robuste Begrünung.
Je nach gewünschter Optik kann das Dach im Frühjahr und Sommer farbenfroh blühen oder überwiegend grün und besonders pflegeleicht gestaltet werden. Durch die verschiedenen Arten verändert sich das Erscheinungsbild im Laufe der Jahreszeiten immer wieder. Von April bis September zeigt sich das Sedumdach in unterschiedlichen Farben und Strukturen.
Zu den häufig verwendeten Sedumarten gehören:
Sedum acre: Eine schnell wachsende Art, die sich gut für die Begrünung größerer Flächen eignet.
Sedum album „Coral Carpet“: Diese Sorte breitet sich gut aus und überzeugt mit einer attraktiven Färbung und rosafarbenen Blüten.
Sedum hispanicum: Eine niedrig wachsende und besonders trockenheitsverträgliche Art.
Sedum lydium: Eine kompakte und widerstandsfähige Sorte, die auch mit schattigeren Bereichen gut zurechtkommt.
Sedum oreganum: Mit seinen auffälligen Blüten ist es nicht nur dekorativ, sondern auch für Bienen attraktiv.
Sedum sexangulare: Eine vielseitige und robuste Art, die unterschiedlichen Witterungsbedingungen gut standhält.
Sedumpflanzen sind widerstandsfähig, pflegeleicht und kommen auch mit längeren Trockenperioden gut zurecht. Ihre Blüten bieten außerdem Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt.
4. Stellen Sie die benötigten Materialien zusammen
Ein Gründach besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten. Jede davon erfüllt eine bestimmte Funktion und trägt dazu bei, dass das Dach dauerhaft geschützt bleibt, überschüssiges Wasser zuverlässig abgeleitet wird und die Pflanzen gesund wachsen können.
Schutzvlies: Das Schutzvlies liegt direkt auf der Dachabdichtung und schützt sie vor mechanischen Belastungen und Beschädigungen. Je nach Aufbau kann zusätzlich eine wurzelfeste Schutzschicht erforderlich sein.
Drainageschicht: Die Drainagematte leitet überschüssiges Regenwasser ab und kann gleichzeitig einen Teil des Wassers für trockenere Phasen speichern. So werden Staunässe und eine unnötige Belastung der Dachkonstruktion vermieden.
Filtervlies: Das Filtervlies verhindert, dass feine Bestandteile des Substrats in die Drainageschicht gelangen. Dadurch bleibt der Wasserabfluss dauerhaft funktionsfähig.
Substratschicht: Das spezielle Dachsubstrat versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen und bietet den Wurzeln ausreichend Halt. Bei Sedummatten sollte die Schicht mindestens etwa vier Zentimeter, bei einzeln gesetzten Pflanzen mindestens etwa sechs Zentimeter stark sein. Der genaue Aufbau hängt jedoch vom gewählten Begrünungssystem ab.
Vegetationsschicht: Die oberste Schicht besteht aus Sedummatten, Sedumkassetten oder einzelnen Pflanzen. Sie sorgt für das grüne Erscheinungsbild des Daches und leistet einen Beitrag zur Wärmedämmung, Wasserspeicherung und Artenvielfalt.
Kiesrand: Ein umlaufender Kiesstreifen sorgt für einen sauberen Abschluss und hält Abläufe sowie Dachränder frei von Pflanzen und Substrat. Gleichzeitig erleichtert er die Kontrolle und Pflege der Entwässerungsbereiche.
Nur wenn alle Schichten fachgerecht aufeinander abgestimmt und korrekt verlegt werden, entsteht ein langlebiges und zuverlässig funktionierendes Gründach. Der richtige Aufbau schützt die Dachabdichtung und schafft optimale Bedingungen für eine dauerhaft gesunde Begrünung.
Sobald alle benötigten Materialien bereitliegen, können Sie mit der Verlegung beginnen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie dabei vorgehen.
Schritt 1: Dachfläche gründlich reinigen: Entfernen Sie zunächst Blätter, Äste, Schmutz und andere Rückstände von der Dachfläche. Ein sauberer und ebener Untergrund ist wichtig, damit die einzelnen Schichten anschließend fachgerecht verlegt werden können.
Schritt 2: Dachablauf sichern: Bringen Sie rund um die Öffnung des Fallrohrs beziehungsweise Dachablaufs ein geeignetes Schutzgitter an. Es verhindert, dass Substrat oder Pflanzenteile in den Ablauf gelangen und dort Verstopfungen verursachen.
Schritt 3: Kiesstreifen anlegen: Verteilen Sie groben Kies rund um den Dachablauf und entlang der Dachränder. Der Kies hält Substrat und Pflanzen von den Entwässerungsbereichen fern und sorgt für einen sauberen Abschluss.
Schritt 4: Schutzvlies verlegen: Rollen Sie das Schutzvlies auf der Dachfläche aus und schneiden Sie es passend zu. Es schützt die vorhandene Dachabdichtung vor mechanischen Belastungen und Beschädigungen. Achten Sie darauf, dass die gesamte Fläche vollständig bedeckt ist und das Vlies sauber an den Rändern anliegt.
Schritt 5: Drainageschicht auslegen: Verlegen Sie anschließend die Drainagematte auf dem Schutzvlies. Sie sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser zuverlässig abgeleitet wird und sich keine Staunässe bildet. Schneiden Sie die Matte so zu, dass sie die vorgesehene Fläche vollständig abdeckt.
Schritt 6: Filtervlies verlegen: Legen Sie das Filtervlies auf die Drainageschicht. Es verhindert, dass feine Bestandteile des Substrats in die Drainage gelangen und den Wasserabfluss beeinträchtigen.
Schritt 7: Substrat gleichmäßig verteilen: Bringen Sie das Dachsubstrat gleichmäßig auf der Fläche aus. Es bildet die Grundlage für die Pflanzen und versorgt sie mit Nährstoffen und Halt. Verwenden Sie dabei möglichst keine scharfkantigen Werkzeuge, damit die darunterliegenden Schichten nicht beschädigt werden.
Schritt 8: Sedum pflanzen oder Vegetationsmatten ausrollen: Nun können Sie einzelne Sedumpflanzen einsetzen oder die vorbereiteten Sedummatten ausrollen. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen beziehungsweise Matten dicht aneinanderliegen und gleichmäßig verteilt sind. So entsteht eine geschlossene und harmonische Begrünung.
Schritt 9: Gründach gründlich bewässern: Bewässern Sie das frisch angelegte Gründach nach der Verlegung ausreichend. Dadurch setzt sich das Substrat, und die Pflanzen können leichter anwachsen. Besonders in der ersten Zeit sollte auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.
Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten eines Sedumdachs für Ihre Immobilie erfahren? Dachbegrünungtotal berät Sie gerne unverbindlich und unterstützt Sie bei der Auswahl der passenden Lösung.