Der Aufbau eines Gründachs muss sorgfältig auf die Neigung und Tragfähigkeit der vorhandenen Dachkonstruktion abgestimmt werden. Das gilt insbesondere für extensive Begrünungen wie Sedumdächer, die vergleichsweise leicht und pflegearm sind. Intensive Gründächer mit Gräsern, Sträuchern oder sogar Bäumen stellen aufgrund ihres höheren Gewichts deutlich größere Anforderungen an die Konstruktion.
Dachneigung
Flachdächer mit 0 bis 5 Grad: Bei Flachdächern ist eine zuverlässige Entwässerung besonders wichtig. Eine geeignete Drainageschicht verhindert, dass sich Wasser staut und das Dach unnötig belastet wird.
Leicht geneigte Dächer mit 5 bis 20 Grad: Hier muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wasserabfluss und Stabilität der Substratschicht geschaffen werden. Bei stärkeren Neigungen können Substratkassetten oder zusätzliche Sicherungen erforderlich sein, damit die Begrünung nicht verrutscht.
Steile Dächer mit 20 bis 30 Grad: Auf steileren Dachflächen kommen häufig leichte Kassettensysteme und zusätzliche Befestigungen zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass das Substrat auch bei starkem Regen an seinem Platz bleibt.
Tragfähigkeit
Dächer mit geringer Tragfähigkeit: Leichte Dachkonstruktionen können häufig nur eine begrenzte zusätzliche Last aufnehmen, beispielsweise bis zu 50 Kilogramm pro Quadratmeter. Deshalb werden besonders leichte Systeme mit Sedummatten und dünnen Substratschichten eingesetzt.
Dächer mit normaler Tragfähigkeit: Bei einer höheren Belastbarkeit, beispielsweise bis zu 70 Kilogramm pro Quadratmeter, sind dickere Substratschichten möglich. Diese können mehr Regenwasser speichern und bieten bessere Voraussetzungen für eine vielfältigere Bepflanzung.
Eine sorgfältige Abstimmung von Dachneigung, Aufbau und Tragfähigkeit hilft, Probleme wie eine Überlastung der Konstruktion, unzureichenden Wasserabfluss oder eine instabile Vegetationsschicht zu vermeiden. Vor der Umsetzung sollte die zulässige Dachlast immer fachgerecht geprüft werden.